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Der therapeutische Fortbildungsmarkt hat sich zu einem Schlachtfeld konkurrierender Konzepte entwickelt – ein Markt, der zu fragmentiertem Wissenstransfer und widersprüchlichen Patientenbotschaften führt, bei denen Marketing statt Qualität entscheidet.
Edukation gilt als Grundpfeiler evidenzbasierter Schmerztherapie. Doch zwischen gut gemeinten Erklärungen über Schmerzphysiologie und biopsychosoziale Zusammenhänge verlieren wir oft den entscheidenden Fokus: Nicht das WAS der Edukation entscheidet über ihren Erfolg, sondern das WIE, WANN und WARUM.
Wir predigen evidenzbasierte Medizin, aber halten an überholten Methoden fest. Fordern von Patienten Veränderung, sind aber selbst in starren Denkmustern gefangen. Zeit für einen ehrlichen Blick auf das, was Veränderung in der Schmerztherapie wirklich verhindert – und was tatsächlich funktioniert.
Wir ertasten "Blockaden", korrigieren "Fehlstellungen" und glauben an die Macht unserer Hände. Doch die Forschung zeigt andere Wirkmechanismen. Zwischen Technik-Dogmatik und Hands-off-Extremismus liegt die Wahrheit..
Kategorisierungen prägen unsere Sprache, unser Denken – und unsere Therapie. Dieser Artikel diskutiert, wie Labels uns und die Patienten begrenzen und wie eine offenere Sprachkultur neue Räume eröffnet.
Der übermäßige Einsatz von Tests in der Schmerzdiagnostik kann mehr schaden als nützen. Statt Testergebnisse zu jagen, sollten wir das Ziel unserer Tests hinterfragen und auf eine ganzheitliche, patientenzentrierte Perspektive setzen.
Der Re-Test nach einer Behandlung zeigt zwar, ob Schmerzen gelindert wurden, beweist aber nicht, dass unsere Annahme zur Ursache richtig war. Therapeuten überschätzen gerne ihren spezifischen Einfluss, während Schmerzlinderung viele Wege kennt – von neurophysiologischen Mechanismen bis zur therapeutischen Beziehung.
Wofür Wissenschaft? Wissenschaft erweitert unseren begrenzten Praxisblick über Einzelfälle hinaus und bringt uns näher an die Wahrheit – ohne persönliche Erfahrung und Intuition auszuschließen.
Die Unterscheidung zwischen echten Defiziten und normaler körperlicher Variation erfordert reflektiertes Denken in der Therapie. Statt standardisierter Ideale sollten wir Funktionalität für individuelle Anforderungen und Asymmetrien als mögliche Normalität betrachten.
21/04/2025
Reflektiertes Denken 1/3: Die Kunst des Beschreibens vs. die Fallstricke des Interpretierens.
Reflektiertes Denken erfordert die Fähigkeit, zwischen Beschreiben und Interpretieren zu unterscheiden. Während viele Therapeuten vorschnell Schlüsse ziehen und in eine "Detektiv-Mentalität" verfallen, liegt oft mehr Wert in der nüchternen Beobachtung. Eine nuancierte Denkweise akzeptiert Komplexität und Unklarheit anstatt vereinfachende Erklärungen zu suchen.
07/04/2025
Rethink Pain 3/3: Warum wir Mut zur Veränderung brauchen – ein Aufruf an alle Therapeuten.
In der Schmerztherapie stehen wir vor einem Wendepunkt, der von Therapeuten Mut zur Veränderung ihrer eigenen Überzeugungen verlangt und die kritische Reflexion etablierter Praktiken erfordert. Der Weg zu einer evidenzorientierten Therapie führt oft über Extreme, bevor eine ausgewogene Position gefunden wird.
Als Therapeuten müssen wir unsere Rolle vom "Heiler" zum kompetenten Begleiter neu definieren: Eine zukunftsfähige Physiotherapie erfordert nuanciertes Denken, kritische Selbstreflexion und den Mut, die Komplexität unserer Arbeit anzuerkennen, statt sie zu vereinfachen.
